Aktuelle Presseinformation der Aidshilfe NRW

"Die solide Struktur der Aidshilfearbeit ist in Gefahr!"

Aidshilfe NRW fordert von der Politik die lange ausgebliebene Konsolidierung ihrer Arbeit - Ehrenamtspreis „merk|würdig“ für Elke Anuebunwa und Alfred Quante

Düsseldorf, 29.03.2022 – Viele Aidshilfen in NRW sind am Ende ihrer finanziellen Möglichkeiten. Darauf wies beim Jahresempfang des Verbands am heutigen Dienstag Landesvorsitzender Arne Kayser hin. Strukturell seien die regionalen Aidshilfen chronisch unterfinanziert. "Seit 25 Jahren wurde die pauschale Landesförderung nicht angepasst. Dadurch sind die steigenden Personalkosten und Mehrausgaben nicht refinanziert", sagte Kayser. "Unsere Rücklagen aus Eigenmitteln, mit denen wir in der Vergangenheit manches Haushaltsdefizit ausgleichen konnten, sind spätestens seit Corona restlos aufgebraucht. Die solide Struktur der Aidshilfearbeit ist in Gefahr!"

Das oft aus Düsseldorf zu hörende Lob für die gute Arbeit sei nicht ausreichend. "Wir fordern die Politik auf, nach der Landtagswahl, wie immer sie ausgehen mag, die Schalter umzulegen, die finanzielle Absicherung unserer guten Arbeit zu gewährleisten und den drohenden Ruin unserer Mitgliedsorganisationen zu verhindern", so Kayser.

Dabei schaut die Aidshilfe auch über den Tellerrand hinaus. "Nach Corona und der Flutkatastrophe kommt mit dem Ukraine-Krieg eine weitere große Herausforderung auf Nordrhein-Westfalen zu. Wir verschließen uns dem nicht. Wir Aidshilfen werden da sein, wenn wir gebraucht werden", versprach Kayser. Aber dafür müssten die Grundlagen vorhanden sein.

Die Aidshilfe NRW präsentierte am Rande des Empfangs eine neue Kampagne, um auf die vielfältigen Arbeitsfelder der Aidshilfe und die entstandenen Finanzierungslücken hinzuweisen: "DAS WOLLT IHR DOCH AUCH". Zehn Mitarbeiter*innen regionaler Aidshilfen beschreiben die Bedeutung ihrer Arbeit für die Zielgruppen der Aidshilfe. "Wir fordern die Politik auf, zu handeln", so der Tenor aller Motive.

Viel Applaus erhielten die Preisträger*innen des Ehrenamtspreises der Aidshilfe NRW "merk|würdig". Der Landesvorstand ehrte Elke Anuebunwa, die sich in der Aidshilfe und im Ruhrgebiet vielfältig ehrenamtlich engagiert. Als HIV-positive Frau zeigt sie Gesicht und steht als Ansprechpartnerin in Schulklassen, öffentlichen Veranstaltungen und Infoständen, aber auch in der Sprechstunde der Essener HIV-Ambulanz zur Verfügung. Ebenfalls geehrt wurde Alfred Quante, der sich seit den frühen 1990er Jahren für die Aidshilfe Hamm engagiert und über 20 Jahre als Vorstandsmitglied tätig war. Daneben arbeitete er auch im Landesarbeitskreis Drogen/Haft und anderen landes- und bundesweiten Vernetzungsstrukturen mit.

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