Vernetzen, vorantreiben, gestalten! Mit Leidenschaft, Hartnäckigkeit und einer guten Prise Humor

Birgit Körbel | Aidshilfe Köln

Birgit Körbel, Vorstand der Aidshilfe NRW e.V.Ich wurde 1964 in Kevelaer geboren, bin verheiratet und habe zwei Erwachsene Kinder, die 1985 und 1991 geboren sind. Seit 1985 weiß ich von meiner HIV-Infektion. Seit über 30 Jahren bin ich Wahlkölnerin. Ich habe hier in Köln Sozialpädagogik studiert. Meine Diplomarbeit schrieb ich 1995 zu dem Thema " Die HIV-Infektion bei Frauen unter der besonderen Berücksichtigung von Schwangerschaft und HIV".
 
Bereits seit 1995 arbeite ich hauptamtlich im Frauen- und Familienzentrum der Aidshilfe Köln e.V.  In der Funktion bin ich seit 29 Jahren in der LAG Frauen und HIV/Aids in NRW und war mit Annette Kaiser die erste Sprecherin der LAG. Vor 15 Jahren habe ich XXellle PLUS gegründet und bin eine der Sprecherinnen. Seit 2023 bin ich ordentliches Mitglied in der Landeskommission AIDS.
 
Medizinische Errungenschaften seither? Viele – sehr viele!  Diskriminierung - gerade im Gesundheitswesen - sind geblieben. Frauen sind häufiger unter den Spätdiagnosen, 40 % erfahren in der Schwangerschaft von ihrer HIV-Infektion, je dunkler ihre Haut, desto mehr ist sie Diskriminierung ausgesetzt. Nach wie vor wird Frauen abgesprochen, dass sie selbstbestimmte Entscheidungen treffen können. Sei es bei der Entscheidung ein Kind zu kriegen, wie es auf die Welt kommen soll, ob es gestillt werden kann oder das Neugeborene die Neo-PEP bekommen muss. Wir müssen Frauen empowern, so dass sie eine informierte und selbstbestimmt Entscheidung treffen können. Wir müssen wieder mehr in die Ausbildungsberufe: Hebammenstudierende, Gynäkolog:innen, Pädiater:innen, Geburtskliniken.

Ein weiterer Bereich, der mir persönlich am Herzen liegt, ist das Thema „Älter werden mit HIV“ und die daraus folgenden Herausforderungen. Schon jetzt ist ein Großteil der Menschen mit HIV in Deutschland über 50 Jahre. Wir müssen uns u.a. wieder um die Pflege von Menschen mit HIV kümmern. Was braucht es hier? Kann Aidshilfe das (noch)? Wie können Kooperationen aussehen? Welche Vernetzung ist notwendig?
 
Ich möchte mit meinen Themen, Erfahrungen und Wissen den Verband aktiv als Vorständin begleiten. Ich möchte bei meinen Anliegen " nicht locker lassen“ denn:

  1. HIV war politisch, ist politisch und muss politisch bleiben. AIDS 2030 beenden? Ja, das geht! HIV-Aufklärung, Entstigmatisierung, Zugang zur PrEP, Früherkennung ausweiten, Spätdiagnosen vermeiden, Medizinische Versorgung für ALLE Menschen mit HIV sichern und ausweiten.
  2. In Zeiten, in denen die Demokratie angegriffen wird und die Verteilung von knapper werdenden finanziellen Ressourcen umkämpft ist, müssen wir uns positionieren und unsere Anliegen vorantreiben. Dazu benötigen wir die Unterstützung von Akteur:innen in Politik und im Gesundheitswesen.
  3. Der Fachkräftemangel ist in Aidshilfe angekommen. Die Aidshilfe muss als Arbeitgeberin attraktiv sein, den Generationswechsel sinnvoll und positiv im Sinne unserer Nutzer:innen gestalten. Der Wissenstransfer muss gewährleistet und gesichert werden. Aidshilfen haben eine Geschichte, ohne die unser heutiges Tun nicht immer für jede*n verständlich ist.

Kontakt: vorstand@nrw.aidshilfe.de

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