Im Rahmen des Jahresempfangs der Aidshilfe NRW beging der Landesverband sein 40-jähriges Bestehen. Knapp 200 Gäste aus Politik, Verwaltung und Verbänden sowie zahlreiche Haupt- und Ehrenamtliche aus den Mitgliedsorganisationen der Aidshilfe NRW kamen ins Düsseldorfer Maxhaus, um den runden Geburtstag gebührend zu feiern.
Allen voran Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen. „Die Aidshilfen leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur HIV-Prävention“, erklärte Laumann. „Deshalb ist es für das Land wichtig, die Aidshilfe NRW als starken und verlässlichen Partner an seiner Seite zu wissen.“ Die Aidshilfe habe aber nicht nur im Bereich HIV viel erreicht, sondern auch bei der Akzeptanz sexueller Orientierung und geschlechtlicher Vielfalt. „Dass weite Teile der Gesellschaft heute entspannt damit umgehen, ist ein großes Verdienst der Aidshilfe bei uns in Nordrhein-Westfalen. Dafür können wir nur dankbar sein“, so Laumann weiter.
„Ich danke der Aidshilfe NRW und den vielen Ehrenamtlichen der Aidshilfen im ganzen Land für ihre jahrelange unermüdliche, tatkräftige und immer den Menschen in den Mittelpunkt stellende Arbeit und für die unzähligen innovativen Ideen und Konzepte. Gerade in einer Zeit, in der sich die Gesellschaft weiter polarisiert, ist es umso wichtiger, für das Recht auf Selbstbestimmung einzutreten und die Akzeptanz von Menschen mit HIV und AIDS zu fördern“, so der Minister.
Laumann zeigte sich überzeugt, dass die Menschen, die sich in der Aidshilfe engagieren, Menschenfreunde seien. Das sei das Wichtigste. „Ich glaube, wenn man in dieser Gesellschaft etwas erreichen will, dann muss man Menschen mögen. Und so darf ich sagen, dass Sie zu den wenigen Leuten gehören, die Menschen einfach gerne haben.“
Doch auch auf die kritische Phase vor der Verabschiedung des Landeshaushalts 2025 im letzten Herbst ging der Minister ein. „Sie sollen wissen, dass ich auf der einen Seite als Minister natürlich die Eckpunkte eines Kabinettsbeschlusses umsetzen muss, auf der anderen Seite können Sie mir glauben, dass ich als Sozialpolitiker innerlich sehr gut damit umgehen konnte, dass so viele Leute auf den Rheinwiesen waren, denen der Sozialstaat nicht ganz egal ist.“ Der Minister berichtete, dass er auf vielen Veranstaltungen auftreten musste, wo es nicht einfach war, seine Position zu vertreten. „Die Vertreter der Aidshilfe, auch wenn die Meinungen sehr konträr waren, es ging um viel Geld, es ging um Strukturen, waren in dieser Zeit immer menschlich angenehme Gesprächspartner. So stelle ich mir auch unter Demokraten politische Auseinandersetzungen vor! Man hat seine Rolle, Haushaltsbeschlüsse fallen nicht vom Himmel, sie werden in Koalitionsrunden besprochen, aber dass man auch in solch schwierigen Zeiten in einem guten Gespräch bleibt und alle Möglichkeiten auslotet, um zu einer vernünftigen Lösung zu kommen.“
In mehreren Talkrunden stellten Vertreter*innen des Landesverbands das Spektrum der Arbeitsfelder von Aidshilfe und die aktuellen Herausforderungen vor. Das Publikum quittierte die informativen Beiträge mit Applaus. Nicht wenige der Gesprächspartner*innen betonten, wie notwendig die Rücknahme der Kürzungen in diesem Jahr und eine kontinuierliche Anpassung der Förderung sei, um die bewährten und effektiven Strukturen zu erhalten.
Die zweifache Verleihung des Ehrenamtspreises „merk|würdig“ – eine Auszeichnung für herausragendes Engagement in der Aidshilfearbeit – war zweifelsohne ein besonderer Höhepunkt des Abends. Der Landesvorstand der Aidshilfe NRW verlieh den Ehrenamtspreis an Martina Walther, die sich seit vielen Jahren in der Aidshilfe Wuppertal und in der Landesarbeitsgemeinschaft Frauen* und HIV/Aids in NRW engagiert, sowie an Klaus Wieprecht, der sich seit vielen Jahren für die Aidshilfe Essen und hier insbesondere für Herzenslust, also die schwule Prävention, Aufklärung und Testberatung, einsetzt. Die Laudatio auf Martina Walther hielt der Wuppertaler Landtagsabgeordnete Josef Neumann, die Laudatio auf Klaus Wieprecht der Essener Oberbürgermeister Thomas Kufen.
Auch wenn das Programm, das von den Queer Impro Voices Cologne musikalisch umrahmt wurde, sich etwas in die Länge zog, harrten die Gäste geduldig bis zum Schluss, um danach noch bei einem Imbiss und Getränken miteinander ins Gespräch zu kommen.
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