Aktuelle Presseinformation der Aidshilfe NRW

"Sexuelle Gesundheit ist mehr als Schutz vor STI"
Am 4. September ist der Welttag der sexuellen Gesundheit

Köln, 02.09.2021 – Zur Stärkung der sexuellen Gesundheit besteht weltweit, aber auch in Deutschland noch großer politischer Handlungsbedarf. Die damit verbundenen Herausforderungen werden bislang noch nicht ausreichend öffentlich diskutiert. Darauf weist die Aidshilfe NRW anlässlich des Welttags der sexuellen Gesundheit am 4. September hin.

"Die Sorge um sexuelle Gesundheit umfasst weit mehr als den Schutz und die Behandlung von HIV, Hepatitis und anderen sexuell übertragbaren Infektionen", erklärt Arne Kayser, Landesvorsitzender der Aidshilfe NRW. Zunächst sei eine wichtige Voraussetzung, dass Menschen das umfassende Erleben von Sexualität überhaupt wahrnehmen. Dann sei jeglicher sexueller Zwang, Missbrauch und sexualisierte Gewalt zu verhindern. Erst dann stehe der Schutz vor Gesundheitsproblemen im Zusammenhang mit der Sexualität und entsprechende Behandlungen im Fokus.

"Als Aidshilfe geht es uns weniger darum, etwas zu verhindern, sondern vielmehr darum, etwas zu ermöglichen. Daher ist sexuelle Bildung ein wichtiger Beitrag zur sexuellen Gesundheit ebenso wie die Wahrung sexueller Rechte", ergänzt Kayser. Viele Beratungsstellen der Mitgliedsorganisationen der Aidshilfe NRW stellen ihre Angebote schon seit Jahren darauf ein. Serviceeinrichtungen wie beispielsweise der Checkpoint der Aidshilfe Köln oder das "WALK IN RUHR" (WIR), Zentrum für Sexuelle Gesundheit und Medizin in Bochum, das Netzwerk "Sexualität, Gesundheit und Suchtmittelgebrauch" (SeGSu) um die Aidshilfe Essen und weitere Anlaufstellen auch kleinerer Aidshilfen in NRW vermitteln den Ratsuchenden die verschiedenen Aspekte sexueller Gesundheit. Auch der Gay Health Chat, die bundesweite Online-Beratung der Aidshilfe für schwule Männer gehört zum etablierten Angebot. 

"Neben der Verhaltensprävention hat die Aidshilfe immer auch die Verhältnisprävention im Blick gehabt. Wir nutzen den Welttag der sexuellen Gesundheit gern, darauf hinzuweisen und für unsere Beratungsangebote zu werben. Gleichzeitig richten wir uns auch an die Politik, nicht nur die Versorgung und Diagnostik im Bereich sexuell übertragbarer Krankheiten zu gewährleisten. Auch die Beratung und sexuelle Bildung verschiedener Altersgruppen, bei denen wir möglichst alle unserer Zielgruppen erreichen können, ist sicherzustellen. Und das kostet Geld", sagt Kayser.

"Weltweit sind die sexuellen Rechte vielfach eingeschränkt. Immer noch werden in Teilen der Welt Frauen auf grausame Weise verstümmelt und ihres Lustempfindens beraubt. In einigen Ländern droht Ehebrecherinnen die Steinigung. Frauen und auch Kinder werden zum Sex gezwungen. Und noch immer verhindern religiöse Vorurteile die Freiheit Homosexueller und die Verwendung von Kondomen, beides begünstigt sexuell übertragbare Erkrankungen", so Kayser weiter. "Es ist vielen von uns nicht klar, dass ausreichende Gesundheitsprogramme nur einem kleinen Teil der privilegierten Weltbevölkerung zugänglich sind. Hier müssen Politik und NGOs an einem Strang ziehen und international mehr Rechte einfordern."

Der Welttag der sexuellen Gesundheit wurde 2010 von der "World Association for Sexual Health" (WAS) ins Leben gerufen und seither am 4. September jeden Jahres begangen. Das Motto in diesem Jahr heißt "Turn it on: Sexual health in a digital world".

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