2021-02-25: Aidshilfe NRW Drogenselbsthilfe freundliche Einrichtung

Aidshilfe NRW ist Drogenselbsthilfe freundliche EinrichtungDer JES Bundesverband und JES NRW (Junkies, Ehemalige, Substituierte - Drogenselbsthilfe) haben die Aidshilfe NRW heute als Drogenselbsthilfe freundliche Einrichtung ausgezeichnet. 

Mit dem Zertifikat „Selbsthilfefreundliche Einrichtung“ zeichnet JES Einrichtungen aus, die sich seit Jahren um die Förderung von Selbsthilfe und Selbstorganisation im Drogenbereich verdient gemacht haben. Darüber hinaus ist das Ziel, zu motivieren und zu sensibilisieren, dass mehr Einrichtungen der Drogen- und Aidshilfe die Selbsthilfeförderung als wichtige Aufgabe betrachten und die Selbstorganisation Drogen gebrauchender Menschen in ihre Einrichtungen integrieren.

Die ausgezeichneten Einrichtungen unterstützen die Selbsthilfe entsprechend den Grundsätzen akzeptierender Drogenarbeit Dies bedeutet u.a., dass sie ohne Voraussetzungen auf die Minimierung gesundheitlicher, sozialer und psychischer Risiken zielen, ohne eine generelle Behandlungsbedürftigkeit zu unterstellen. Ferner verfolgen sie den Ansatz einer bedarfsgerechten Versorgung und unterscheiden sich damit von Ansätzen, bei denen die Klient*innen dem Konzept entsprechend gesucht werden. Die Einrichtungen sind Willens und in der Lage ihre, aus der professionellen Arbeit erwachsenen Kompetenzen zur fachlichen Förderung von Selbsthilfen einzusetzen. Dies kann sich in der fachlichen Unterstützung bei Antragsstellungen sowie der Öffentlichkeitsarbeit widerspiegeln. Kompetenzen der Selbsthilfeförderung werden auf Wunsch zum Auf- und Ausbau von Gruppenstrukturen eingesetzt.

Kennzeichen der Selbsthilfearbeit ist die Autonomie und Abbau der Opfer- und Klient*innenrolle in der Selbst- und Fremdwahrnehmung. Zudem haben Mitglieder der Selbsthilfe, aus ihrer Nutzer*innenperspektive vielfach Ideen zur bedarfsgerechten Gestaltung von Angeboten und Strukturen. Die Einrichtung ist Willens diese Prozesse zu begleiten und bietet Möglichkeiten des Austauschs mit dem Team.

Die Arbeit von Drogengebraucher*innen im Rahmen der Selbsthilfe benötigt ein Mindestmaß an Infrastruktur um sich verwirklichen zu können. Die Einrichtungen sehen die Relevanz und schaffen Möglichkeiten, die notwendige Infrastruktur bereitzustellen. Die Autonomie der Selbsthilfe z.B. in der Namensgebung, bei drogenpolitischen Haltungen sowie der Aussendarstellung wird anerkannt und gefördert.

Das Outing als ehemalige*r oder aktuelle*r Konsument*in illegaler psychoaktiver Substanzen kann auch heute noch mit unterschiedlichen Nachteilen im Privat- oder Berufsleben verbunden sein. Die jeweils aktuelle Datenschutzgrundverordnung sowie die Wahrung der Privatsphäre der Mitglieder der Selbsthilfe ist Bestandteil der Einrichtung bzw. Grundlage der Selbsthilfeförderung. Die Einrichtungen unterstützen Bestrebungen der Öffentlichkeitsarbeit durch die Erstellung und Auslage entsprechender Medien sowie ein Infoboard.

Aidshilfe NRW nimmt JES-Urkunde entgegenLandesgeschäftsführer Patrik Maas nahm gemeinsam mit Brigitte Bersch und Domenico Fiorenza die Ehrung entgegen und bedankte sich für den Landesverband. Torsten Zelgert und Axel Hentschel von JES überreichten heute die Urkunde. 

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