2018-07-28: Welt-Aids-Konferenz in Amsterdam erfolgreich

22. Welt-Aids-Konferenz in Amsterdam zuendegegangenAn diesem Freitag endete in Amsterdam die 22. Welt-Aids-Konferenz, an der etwa 18.000 Menschen teilgenommen haben. Aus Sicht der Aidshilfe NRW, die mit einer Kollegin und vier Kollegen aus der Landesgeschäftsstelle und noch einmal soviel aus den Mitgliedsorganisationen vor Ort vertreten war, hat die Konferenz wichtige Impulse gesetzt.

Das große Thema war sicherlich, dass Diskriminierung und Stigmatisierung die größten Hindernisse einer effektiven Prävention sind. Daher war die Präsentation der PARTNER-2-Studie, die eindrucksvoll belegt, dass die HIV-Therapie einen perfekten Schutz darstellt und bei erfolgreicher Therapie keine Infektionen mehr auftreten, sehr hilfreich. "Es ist wichtig, dass wir die Botschaft „U=U“ (Undetectable = Untransmittable) oder N=N (Nicht nachweisbar = Nicht übertragbar) noch viel deutlicher als bisher senden – und uns denen in aller Deutlichkeit entgegenstellen, die dem Stigma auch heute noch eine Präventionswirkung anhaften wollen – und damit scheitern werden", sagte Patrik Maas. "Erst wenn die Diagnose HIV kein Stigma mehr bedeutet, können wir es schaffen, nicht nur Aids zu beenden, sondern auch HIV zu besiegen!"

Auch in Sachen PrEP gab es neuen Input. Aktuelle Studienergebnisse zeigen, dass die anlassbezogene Einnahme der PrEP noch wirksamer ist, als bisher angenommen wurde. Gleichzeitig besteht aber noch viel Informationsbedarf rund um die PrEP bei Schwulen und anderen MSM. "Safer Sex 3.0 in Bezug auf HIV, Chemsex und die Erweiterung von Testangeboten auf andere STIs sind nicht nur bei uns Thema", meinten Oliver Schubert und Marco Grober von Herzenslust. "Durch Vernetzung und Austausch können wir gemeinsam mit anderen Projekten und Ländern die Wirksamkeit unserer Präventionsstrategien erhöhen", sind sich beide einig.

Weitere Konferenzbeiträge, etwa wie sich die antiretrovirale Therapie in Zukunft weiterentwickelt, lassen Spannendes erwarten: "Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Simbabwe, USA und Deutschland referierten über neue Strategien und Entwicklungen im Kontext innovativer Medikamentenabgabesysteme, subkutaner Implantate, ART und Schwangerschaft sowie neuer Medikamentenklassen", erklärte Maas. "Vieles ist derzeit noch Zukunftsmusik, aber ich denke, wir dürfen tatsächlich Möglichkeiten zu verbesserten und einfacheren Therapiemodellen in naher Zukunft erwarten."

Alles in allem ein positives Fazit. Natürlich wäre man gern bei der nächsten Welt-Aids-Konferenz 2020 in San Francisco dabei. "Unsere und die Forderung der meisten Organisationen ist, dass alle Communitys diskriminierungs- und stigmatisierungsfrei in die einreisen können müssen", sagte Maas.


Einen Newsticker von der AIDS2018 in Amsterdam finden Sie unter aidshilfe.de.

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